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Die Anforderungen an digitale Infrastrukturen wachsen rasant – getrieben durch datenintensive Anwendungen, Cloud-Dienste, KI-Modelle und die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft. Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre IT-Umgebungen flexibel, sicher und effizient zu gestalten. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das Modell der Colocation ein: Die Auslagerung von Server- und Netzwerktechnik in professionell betriebene Rechenzentren.
Colocation bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre eigene Hardware in einer hochverfügbaren Umgebung zu betreiben – ohne den Aufwand und die Kosten für den Bau und Betrieb eines eigenen Rechenzentrums. In Deutschland hat sich dieses Marktsegment in den letzten Jahren rasant entwickelt: Es prägt nicht nur die Struktur der Rechenzentrumslandschaft, sondern wird zunehmend auch zu einem Treiber für Innovation, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Wertschöpfung.
Dieser Beitrag bietet einen Überblick über den aktuellen Status des Colocation-Marktes in Deutschland. Er beleuchtet zentrale Trends, regionale Schwerpunkte – insbesondere das Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt als bedeutendstem Standort – sowie regulatorische Entwicklungen und Zukunftsperspektiven.
Deutschland zählt heute zu den wichtigsten Colocation-Märkten in Europa – und befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Der Trend zur Auslagerung von IT-Infrastrukturen in spezialisierte Rechenzentren spiegelt sich auch in der Verteilung der Kapazitäten wieder: Rund 70 % der gesamten Rechenzentrumsleistung in Deutschland entfallen mittlerweile auf Colocation-Anlagen. Das entspricht ca. 1.360 Megawatt von insgesamt 1.955 MW verfügbarer IT-Leistung – Tendenz steigend.
Ein weiterer Beleg für die zunehmende Bedeutung: Fast die Hälfte aller Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland befinden sich inzwischen in Colocation-Gebäuden. Die klassische Trennung zwischen Eigenbetrieb (Enterprise-Rechenzentren) und externer Infrastruktur verschwimmt immer mehr, da auch große Unternehmen sowie Hyperscaler wie Amazon, Microsoft und Google verstärkt auf Colocation-Flächen setzen.
Im internationalen Vergleich wird die Stärke des deutschen Marktes besonders deutlich. Laut DataCenterMap betreibt Deutschland aktuell mehr Colocation-Rechenzentren (425) als Großbritannien (420) – und steht damit im europäischen Vergleich an der Spitze. Die Marktdynamik spiegelt sich zudem in den ambitionierten Ausbauplänen wider: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll sich die Kapazität des Colocation-Markts mehr als verdoppeln, von derzeit rund 1,3 GW auf über 3,3 GW.
Gleichzeitig zeigt sich eine Konsolidierung im Markt: Die Zahl kleinerer Colocation-Rechenzentren (ab etwa 50 kW IT-Leistung) nimmt ab. Viele dieser Betreiber stellen ihr Angebot ein oder verlagern Server in größere, effizientere Einrichtungen. Dies unterstreicht den Trend zu Skaleneffekten und professionellen Strukturen im Betrieb von Rechenzentren.
Ein Blick auf die geografische Verteilung der Colocation-Kapazitäten zeigt eine klare Konzentration auf wenige Ballungsräume. Unangefochtener Spitzenreiter in Deutschland ist die Metropolregion Frankfurt am Main – sie bildet das Herzstück der deutschen Rechenzentrumslandschaft.
Fast zwei Drittel der verfügbaren IT-Leistung in Colocation-Rechenzentren entfallen auf den Großraum Frankfurt. Die Region profitiert von ihrer zentralen Lage in Europa, exzellenten Netzanbindungen (z. B. durch den Internetknoten DE-CIX), der Nähe zu Finanzinstituten, Industrie und internationalen Konzernen – sowie von einer historisch gewachsenen Infrastruktur.
Frankfurt zählt nicht nur national, sondern auch international zu den bedeutendsten Standorten für Rechenzentren. Die Stadt ist Teil des sogenannten FLAP-D-Marktes – einer der wichtigsten europäischen Cluster für digitale Infrastrukturen, bestehend aus Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin.
Neben Frankfurt rücken auch andere Standorte wie Berlin-Brandenburg und München stärker in den Fokus von Investoren und Betreibern. Vor allem in Berlin wächst die Nachfrage nach Colocation-Flächen. In München zeigen sich die Betreiber zuversichtlich, was die weitere Marktentwicklung betrifft.
Allerdings bringt die hohe Konzentration in Ballungsräumen auch Herausforderungen mit sich. So zeigen sich in Frankfurt und Berlin bereits erste Anzeichen einer Überlastung: Die Verfügbarkeit geeigneter Grundstücke sowie ausreichender Stromanschlusskapazitäten wird zunehmend zum Engpass für den weiteren Ausbau. Dies führt zu steigenden Kosten, längeren Genehmigungsverfahren und wachsendem Wettbewerb um Ressourcen – und könnte mittelfristig zu einer stärkeren Dezentralisierung führen.
Der Colocation-Markt in Deutschland befindet sich in einer dynamischen Transformationsphase. Neben dem anhaltenden Wachstum lassen sich mehrere strukturelle Entwicklungen und Trends beobachten, die das Marktumfeld in den kommenden Jahren prägen werden.
1. Kapazitätsausbau und Marktkonsolidierung
Die Nachfrage nach Rechenzentrumsflächen – insbesondere nach hochverfügbaren, nachhaltigen und skalierbaren Colocation-Angeboten – wächst kontinuierlich. Prognosen gehen davon aus, dass sich die verfügbare Colocation-Kapazität in Deutschland von derzeit rund 1,3 GW auf über 3,3 GW innerhalb der nächsten fünf Jahre mehr als verdoppeln wird. Das entspricht einem der stärksten Wachstumspfade im europäischen Vergleich.
Parallel dazu setzt sich die Konsolidierung des Marktes fort: Kleinere Betreiber verschwinden zunehmend vom Markt oder werden übernommen. Großanbieter dominieren das Geschehen, was zu professionelleren Strukturen, effizienteren Betriebsmodellen und stärkerer Standardisierung führt.
2. Zunehmende Bedeutung hybrider IT-Architekturen
Während Unternehmen früher zwischen On-Premises, Colocation oder Cloud wählen mussten, setzen sich heute zunehmend hybride Architekturen durch. Dabei kombinieren Unternehmen verschiedene Betriebsmodelle, um Flexibilität, Sicherheit und Performance optimal auszubalancieren. Colocation dient in diesem Kontext häufig als stabiles Rückgrat für geschäftskritische Anwendungen – ergänzt durch Cloud-Komponenten für skalierbare Workloads.
3. Nachfrage durch Hyperscaler und nationale Cloud-Anbieter
Internationale Hyperscaler wie Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud greifen beim Ausbau ihrer Präsenz in Deutschland stark auf Colocation-Flächen zurück – nicht zuletzt, um lokale Datenschutzanforderungen und Betriebsauflagen effizient zu erfüllen. Gleichzeitig nutzen auch immer mehr nationale Anbieter und Systemhäuser Colocation, um ihre Dienste flexibel zu skalieren, ohne selbst in Rechenzentrumsinfrastruktur investieren zu müssen.