Die Cloud-Adoption in deutschen Unternehmen hat signifikant zugenommen. Mittlerweile setzen 74 Prozent der Organisationen in weiten Teilen oder vollständig auf Cloud-Infrastrukturen, was einem Anstieg von 13 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2023 entspricht. Trotz dieser positiven Entwicklung hinkt Deutschland im EMEA-Vergleich (Europe, Middle East, Africa) weiterhin hinterher. Während europaweit bereits ein Viertel der Unternehmen ihre Infrastruktur vollständig in die Cloud verlagert hat, liegt dieser Anteil in Deutschland lediglich bei 14 Prozent.
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich zum zentralen Motor für Cloud-Investitionen entwickelt. Für 67 Prozent der befragten Führungskräfte in Deutschland sind die Fähigkeiten von agentenbasierter KI (Agentic AI) mittlerweile ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl ihrer Cloud-Anbieter. Dennoch offenbart die Studie eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität: Nur sieben Prozent der deutschen Unternehmen haben Agentic AI bereits implementiert oder skaliert, während der EMEA-Durchschnitt bei 29 Prozent liegt.
Ein wesentliches Hemmnis für die KI-Bereitschaft ist der Mangel an Fachkräften. Weniger als die Hälfte der deutschen Entscheider (48 Prozent) ist zuversichtlich, dass die eigene Belegschaft über die notwendigen Kompetenzen verfügt, um KI gewinnbringend einzusetzen. Im restlichen EMEA-Raum liegt dieser Wert bei 80 Prozent.
Mit der zunehmenden Reife der Systeme verschiebt sich der Fokus von der reinen Migration hin zur Optimierung. Die Multi-Cloud hat sich mit einer Nutzungsrate von 69 Prozent als Standard etabliert. Diese Vielfalt führt jedoch zu neuen Problemen:
In diesem Zusammenhang gewinnen nationale und souveräne Cloud-Modelle an Bedeutung, auch wenn diese in Deutschland aktuell noch unterrepräsentiert sind.
Trotz des wirtschaftlichen Drucks planen 84 Prozent der Unternehmen, ihre Cloud-Budgets zu erhöhen. Mehr als die Hälfte der Investitionen (54 Prozent) soll dabei primär in die Bereiche KI und Machine Learning fließen.
Ein deutlicher Nachholbedarf besteht beim Finanzmanagement der Cloud-Ressourcen. Lediglich elf Prozent der deutschen Unternehmen nutzen umfassende FinOps-Praktiken zur konsistenten Kostenoptimierung über mehrere Anbieter hinweg. Im EMEA-Durchschnitt liegt dieser Wert mit 31 Prozent fast dreimal so hoch. Zudem gibt jedes fünfte deutsche Unternehmen an, bislang keinerlei Aktivitäten im Bereich FinOps zu planen.
Die Ergebnisse der „PwC Cloud Business Survey 2025“ basieren auf einer Umfrage, die zwischen Juli und September 2025 durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 1.415 Führungskräfte aus der EMEA-Region teil, wovon 110 Teilnehmer aus Deutschland stammen. Die deutsche Stichprobe setzt sich zu 63 Prozent aus technischen und zu 37 Prozent aus kaufmännischen Entscheidern zusammen, wobei die Industrie- und Pharmabranche am stärksten vertreten waren.
Der vollständige „PwC Cloud Business Survey 2025“ kann über die Webseite von PwC herutnergeladen werden.
Sie wollen IT-Kosten senken und die wirtschaftliche Effizienz Ihres Unternehmens steigern? Wir beraten Sie gern.